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DE Windows Server 2022 Support-Ende: Windows Server 2025 vs. 2022 vs. 2019: Lohnt der Umstieg?

Bei Windows Server entscheidet selten das spannendste Feature, sondern der Kalender. Windows Server 2019 hat den Mainstream-Support bereits im Januar 2024 verlassen, und Windows Server 2022 erreicht das Ende des Mainstream-Supports am 13. Oktober 2026 – das sind, gerechnet ab Sommer 2026, weniger als drei Monate. Wer jetzt Hardware ersetzt, einen Domänencontroller neu aufsetzt oder einen Terminalserver plant, trifft eine Entscheidung, die typischerweise fünf bis acht Jahre trägt. Dieser Artikel ordnet ein, was Windows Server 2025 gegenüber 2022 und 2019 technisch tatsächlich bringt, wo die Unterschiede im Betrieb spürbar werden, wann sich Datacenter gegenüber Standard rechnet und für welche Szenarien eine ältere Version weiterhin die richtige Wahl bleibt.

Welche Windows-Server-Versionen bekommen aktuell noch Updates – und wie lange?

Alle drei hier verglichenen Versionen erhalten Sicherheitsupdates, aber mit sehr unterschiedlichem Vorlauf. Microsoft arbeitet mit zwei Phasen: fünf Jahre Mainstream-Support mit Funktions- und Fehlerkorrekturen, danach fünf Jahre Extended Support nur noch mit Sicherheitsupdates.

  • Windows Server 2019: Mainstream seit 9. Januar 2024 beendet, Extended Support bis 9. Januar 2029.
  • Windows Server 2022: Mainstream endet am 13. Oktober 2026, Extended Support bis 14. Oktober 2031.
  • Windows Server 2025: Mainstream bis 9. Oktober 2029, Extended Support bis 10. Oktober 2034.

Wer zusätzlich noch Windows Server 2016 betreibt, hat den knappsten Zeitplan: Dort endet der Extended Support am 12. Januar 2027. Diese Systeme gehören ganz oben auf die Migrationsliste.

Warum ist das Ende des Mainstream-Supports mehr als ein Datum im Kalender?

Sicherheitsupdates laufen weiter, das beruhigt viele Administratoren – zu Unrecht. Im Extended Support entfallen nicht-sicherheitsrelevante Fehlerbehebungen. Ein Bug, der die Performance eines Dateiservers einbrechen lässt oder eine Backup-Software stolpern lässt, wird schlicht nicht mehr korrigiert. Dazu kommt der Effekt, den fast alle unterschätzen: Drittanbieter orientieren sich an diesen Daten. Backup-Hersteller, Antivirenanbieter, ERP-Anbieter und Treiberentwickler streichen die Unterstützung für eine Serverversion regelmäßig zeitnah nach dem Mainstream-Ende aus ihren Support-Matrizen. Ein System kann also formal noch gepatcht werden und trotzdem außerhalb dessen liegen, was der eigene Softwarelieferant im Störungsfall unterstützt.

Für Unternehmen mit Zertifizierungen nach ISO 27001, TISAX oder branchenspezifischen Vorgaben kommt ein zweiter Punkt hinzu: Auditoren fragen zunehmend nicht nur nach „wird gepatcht", sondern nach der verbleibenden Supportlaufzeit.

Was hat sich mit Windows Server 2025 technisch wirklich geändert?

Windows Server 2025 basiert auf dem Kernel-Stand von Windows 11 24H2 und wurde im November 2024 veröffentlicht. Die spürbaren Neuerungen lassen sich auf vier Bereiche eindampfen:

  • Patch-Betrieb: Hotpatching, also das Einspielen von Sicherheitsupdates ohne Neustart – für lokale Server über Azure Arc und gegen Aufpreis.
  • Sicherheitsvorgaben: SMB-Signierung standardmäßig aktiv, NTLM-Blocking pro Freigabe, Drosselung bei fehlgeschlagenen SMB-Anmeldungen, TLS 1.3 auch für LDAP, delegierte verwaltete Dienstkonten (dMSA).
  • Virtualisierung: GPU-Partitionierung, Generation-2-VMs als Vorgabe, Workgroup-Cluster ohne Domäne, deutlich höhere Grenzwerte bei CPU und RAM.
  • Speicher: überarbeitetes ReFS mit besserer Deduplizierung und Komprimierung, spürbar höhere NVMe-Durchsätze, Thin Provisioning für Storage Spaces Direct.

Was 2025 nicht ist: ein Zwang. Wer einen stabilen Dateiserver auf 2022 betreibt, gewinnt durch ein Upgrade kaum Funktion – aber fünf Jahre Support.

Hotpatching ohne Neustart: Wie funktioniert das und was kostet es?

Hotpatching spielt Sicherheitsupdates in den laufenden Speicher ein, ohne den Server neu zu starten. In der Praxis bedeutet das: acht von zwölf monatlichen Patchrunden laufen ohne Reboot, viermal im Jahr – Januar, April, Juli, Oktober – gibt es weiterhin einen kumulativen Baseline-Patch mit Neustart.

Zwei Einschränkungen sind kaufentscheidend. Erstens setzt Hotpatching auf lokalen Servern eine Anbindung an Azure Arc voraus, das Feature funktioniert also nicht rein offline. Zweitens ist es seit dem 1. Juli 2025 kostenpflichtig: Microsoft berechnet ein Abonnement pro Kern und Monat. Bei einem Zwei-Sockel-Server mit 32 Kernen summiert sich das auf einen vierstelligen Betrag pro Jahr und Server.

Die Rechnung geht dort auf, wo Neustarts teuer sind – Produktionssteuerung im Dreischichtbetrieb, Terminalserver mit internationalen Nutzern, Systeme mit vertraglich zugesicherter Verfügbarkeit. Für einen Dateiserver, der sonntags um drei Uhr neu starten darf, ist es rausgeworfenes Geld. Wichtig für die Kalkulation: Es handelt sich um laufende Kosten, nicht um eine Einmalinvestition wie die Lizenz selbst.

Wie viel sicherer ist Windows Server 2025 gegenüber 2019 und 2022?

Der größte Unterschied liegt nicht in neuen Sicherheitsprodukten, sondern in geänderten Standardeinstellungen. Was früher gehärtet werden musste, ist ab Werk aktiv.

  • SMB-Signierung ist für alle Verbindungen standardmäßig eingeschaltet und blockiert Relay-Angriffe, die in Windows-Netzen seit Jahren zum Standardrepertoire gehören.
  • SMB-NTLM-Blocking erlaubt es, den Rückfall auf NTLM pro Freigabe oder pro Client zu unterbinden.
  • Drosselung fehlgeschlagener SMB-Anmeldungen verzögert jeden Fehlversuch und macht Passwort-Sprühangriffe auf offene Freigaben praktisch unbrauchbar.
  • Credential Guard ist bei entsprechender Hardware und Edition standardmäßig aktiv statt optional.
  • LDAP über TLS 1.3 und verschärfte Kerberos-Vorgaben schließen Lücken bei der Verzeichniskommunikation.

Genau diese Vorgaben sind auch der häufigste Grund für Probleme nach der Migration. Alte Multifunktionsdrucker, NAS-Geräte, Kassensysteme und Industriesteuerungen, die nur SMBv1 oder unsigniertes SMB sprechen, verlieren den Zugriff. Das ist kein Fehler, sondern gewollt – aber es muss vorher inventarisiert werden.

Was bringt SMB over QUIC im Alltag?

SMB over QUIC transportiert Dateizugriffe über UDP/443 in einem TLS-1.3-verschlüsselten Tunnel. Für Firewalls sieht das aus wie normaler Webverkehr. Der praktische Nutzen: Außendienst, Homeoffice oder Zweigstellen greifen ohne klassisches VPN auf Freigaben zu, und der Verbindungsabbruch beim Wechsel von WLAN auf Mobilfunk fällt weg, weil QUIC IP-Wechsel toleriert.

Unter Windows Server 2022 war das der Azure Edition vorbehalten und damit für lokale Installationen faktisch nicht verfügbar. In Windows Server 2025 steht es in allen Editionen bereit, inklusive Zugriffssteuerung darüber, welche Clients überhaupt per QUIC verbinden dürfen. Wer heute große Dateien über eine träge VPN-Strecke schiebt – CAD-Zeichnungen, Videomaterial, Datenbank-Dumps – merkt den Unterschied sofort.

Welche Hyper-V-Neuerungen sind für Unternehmen relevant?

Nach der Broadcom-Übernahme von VMware bewegen sich viele Umgebungen Richtung Hyper-V. Windows Server 2025 kommt dieser Verschiebung entgegen:

  • GPU-Partitionierung: Eine physische Grafikkarte lässt sich auf bis zu 16 Partitionen aufteilen und mehreren VMs zuweisen, statt sie wie bisher exklusiv einer VM durchzureichen. Relevant für CAD-Arbeitsplätze im RDS, KI-Inferenz und Rendering.
  • Generation 2 als Vorgabe: Neue VMs entstehen standardmäßig mit UEFI und Secure Boot.
  • Workgroup-Cluster: Failover-Cluster lassen sich ohne Active Directory aufbauen – nützlich in der DMZ oder an Edge-Standorten.
  • Höhere Grenzwerte: bis zu 2.048 logische Prozessoren pro Host, 240 TB RAM pro VM.
  • Live-Migration: verbesserte Kompatibilität zwischen Hosts unterschiedlicher CPU-Generationen.

Ein Hinweis zur GPU-Partitionierung: Die Live-Migration von VMs mit zugewiesener GPU hängt an passenden Herstellertreibern. Das ist vor einem Rollout zu prüfen, nicht danach.

Was ändert sich beim Speicher – ReFS, Deduplizierung und NVMe?

Der Bereich wird gern übersehen, liefert aber messbaren Nutzen. ReFS wurde für Deduplizierung und Komprimierung überarbeitet, was bei VHDX-Ablagen und Backup-Repositorys direkt Kapazität spart. Storage Spaces Direct unterstützt Thin Provisioning. Und der NVMe-Stack wurde überarbeitet – Microsoft gibt für IOPS-lastige Workloads deutliche Zuwächse gegenüber Windows Server 2022 auf identischer Hardware an.

Wer einen Hyper-V-Host mit NVMe-Datastores plant, holt hier ohne Zusatzkosten Leistung heraus, die unter 2019 auf derselben Hardware nicht abrufbar wäre.

Wie unterscheiden sich Windows Server 2025, 2022 und 2019 im direkten Vergleich?

Die folgende Tabelle stellt die Merkmale gegenüber, die in Kaufgesprächen tatsächlich den Ausschlag geben – Supportlaufzeit, Sicherheitsvorgaben, Virtualisierung und Lizenzmodell.

MerkmalServer 2025Server 2022Server 2019
Mainstream-Support bis 10/2029 10/2026 beendet
Extended-Support bis 10/2034 10/2031 01/2029
Hotpatching ohne Neustart Limited See note
SMB over QUIC See note
SMB-Signierung ab Werk Partial Partial
SMB-NTLM-Blocking
Credential Guard ab Werk See note
TLS 1.3
Secured-core Server
GPU-Partitionierung (Hyper-V)
Gen-2-VM als Vorgabe
Workgroup-Cluster ohne AD
Überarbeiteter NVMe-Stack
Dauerlizenz erhältlich
CAL-Pflicht (Standard/Datacenter)
Empfehlung für Neuinstallation Depends

Hinweise zu den eingeschränkten Angaben: Hotpatching ist unter Server 2025 auf lokalen Systemen nur über Azure Arc und als kostenpflichtiges Abonnement pro Kern nutzbar, unter Server 2022 ausschließlich in der Azure Edition. SMB over QUIC war unter Server 2022 ebenfalls der Azure Edition vorbehalten. Credential Guard ist unter Server 2025 abhängig von Edition und vorhandener Hardware ab Werk aktiv. SMB-Signierung war unter 2019 und 2022 für Domänencontroller-Freigaben aktiv, für allgemeine Freigaben jedoch nicht. „Depends" bei Server 2022 bezieht sich darauf, dass eine Neuinstallation nur bei harten Kompatibilitätsvorgaben eines Softwareherstellers sinnvoll ist.

Standard oder Datacenter – ab wann kippt die Rechnung?

Beide Editionen werden pro physischem Kern lizenziert, mit einem Minimum von 16 Kernen pro Server und 8 Kernen pro Prozessor. Der Unterschied liegt bei den Virtualisierungsrechten: Standard erlaubt zwei virtuelle Windows-Server-Instanzen pro vollständig lizenziertem Kernsatz, Datacenter beliebig viele.

Standard lässt sich stapeln. Wer vier VMs braucht, lizenziert alle Kerne zweimal; für sechs VMs dreimal. Genau hier entsteht die bekannte Faustregel: Bis etwa acht VMs fährt man mit gestapelten Standard-Lizenzen günstiger, im Bereich von zehn bis zwölf VMs kippt die Rechnung Richtung Datacenter – und darüber wird Standard schnell absurd teuer. Der genaue Umschlagpunkt hängt von der Kernzahl des Hosts ab: Je mehr Kerne, desto früher lohnt Datacenter, weil jede Stapelung den kompletten Kernsatz erneut kostet.

Datacenter bringt zusätzlich Funktionen mit, die Standard nicht vollständig enthält – Storage Spaces Direct, Shielded VMs, Software Defined Networking und die vollständige Storage-Replica-Funktion. Wer hyperkonvergent baut, landet unabhängig von der VM-Zahl bei Datacenter.

Microsoft Server 2025 Standard

Die passende Wahl für physische Server, Domänencontroller und leicht virtualisierte Umgebungen mit ein bis zwei VMs pro Host.

Windows Server 2025 Standard ansehen

Microsoft Server 2025 Datacenter

Für Hyper-V-Hosts mit hoher VM-Dichte, Storage Spaces Direct und Cluster-Umgebungen, in denen unbegrenzte Virtualisierungsrechte den Ausschlag geben.

Windows Server 2025 Datacenter kaufen

Läuft meine vorhandene Hardware überhaupt unter Windows Server 2025?

Das ist die Frage, die in der Planung am häufigsten zu spät gestellt wird. Windows Server 2025 teilt die Codebasis mit Windows 11 24H2 und verlangt deshalb Prozessoren mit bestimmten Befehlssatzerweiterungen. Ältere Xeon-Generationen, die unter Windows Server 2019 und 2022 problemlos liefen, fallen dabei durch – das Setup bricht ab oder das System startet nach dem Upgrade nicht mehr.

Vor einem Rollout gehören drei Dinge geprüft: die CPU-Generation des Hosts, die Verfügbarkeit von Herstellertreibern für RAID-Controller und Netzwerkkarten unter Server 2025 sowie ein aktueller Firmware- und BIOS-Stand. Server-Hersteller pflegen dafür eigene Kompatibilitätslisten. Wer Hardware aus 2016 oder früher betreibt, plant das Betriebssystem-Upgrade sinnvollerweise gemeinsam mit dem Hardwaretausch – dann fällt die Lizenzentscheidung ohnehin neu.

Kann ich direkt von Windows Server 2019 auf 2025 upgraden?

Ja, ein In-Place-Upgrade von 2019 auf 2025 ist unterstützt, ebenso von 2016 und 2022. Ob es klug ist, steht auf einem anderen Blatt.

Für Domänencontroller, Exchange-Server und Systeme mit gewachsener Rollenlandschaft ist die saubere Neuinstallation mit anschließender Migration der Rollen fast immer die stabilere Variante. Ein In-Place-Upgrade schleppt Registry-Altlasten, verwaiste Dienste und alte Treiberreste mit. Bei einem einfachen Datei- oder Anwendungsserver mit überschaubarer Konfiguration spricht dagegen wenig gegen das direkte Upgrade – vorausgesetzt, es existiert ein geprüftes Vollbackup und eine getestete Rückfalloption.

Ein Detail, das Ärger spart: Ein In-Place-Upgrade über zwei Versionsstände hinweg braucht mehr Zeit, als die meisten Wartungsfenster vorsehen. Bei größeren Systemen sind mehrere Stunden realistisch.

Was muss ich beim Active Directory beachten?

Windows Server 2025 bringt eine neue Domänen- und Gesamtstrukturfunktionsebene mit. Sie ist Voraussetzung für einen Teil der Neuerungen, etwa die delegierten verwalteten Dienstkonten (dMSA), die dem Diebstahl von Dienstkonto-Anmeldedaten entgegenwirken. Auch die interne Datenbankstruktur wurde überarbeitet, was die Replikation über schmale Standortverbindungen beschleunigt.

Der Ablauf in der Praxis: erst einen zusätzlichen Domänencontroller mit Server 2025 in die bestehende Domäne aufnehmen, FSMO-Rollen übertragen, alte DCs herunterstufen – und erst danach die Funktionsebene anheben. Das Anheben ist nicht ohne Weiteres rückgängig zu machen, deshalb sollte kein Domänencontroller mit einer älteren Version mehr im Betrieb sein. Wer noch 2012-R2-DCs im Netz hat, räumt diese zuerst ab.

Welche CALs brauche ich – und kann ich vorhandene weiterverwenden?

Standard und Datacenter benötigen für jeden zugreifenden Benutzer oder jedes zugreifende Gerät eine Client Access License. Die Regel dabei: CALs müssen mindestens der Version des Servers entsprechen. Eine Server-2019-CAL berechtigt nicht zum Zugriff auf einen Server 2025 – umgekehrt deckt eine Server-2025-CAL auch ältere Server im Unternehmen ab. Wer migriert, kalkuliert die CAL-Kosten also mit ein, und wer gemischte Umgebungen betreibt, fährt mit den neueren CALs besser.

User-CALs lohnen sich, wenn eine Person von mehreren Geräten zugreift – Notebook, Smartphone, Terminal. Device-CALs sind günstiger bei Schichtbetrieb, wo sich mehrere Mitarbeiter ein Gerät teilen.

Microsoft Server 2025 User CAL

Zugriffslizenz für Benutzer, die von mehreren Geräten auf den Server zugreifen – abwärtskompatibel zu älteren Serverversionen im selben Netz.

Windows Server 2025 User CAL sichern

Was gilt bei Terminalservern und RDS?

Remote Desktop Services verlangen eine zweite Lizenzebene: Zusätzlich zur normalen Windows-Server-CAL wird pro Benutzer oder Gerät eine RDS-CAL fällig. Auch hier gilt die Versionsbindung, und auch hier sind neuere RDS-CALs abwärtskompatibel.

Für Terminalserver ist die Versionsfrage besonders heikel, weil dort die Fachanwendungen laufen. Bevor ein RDS-Host auf Server 2025 gehoben wird, gehört bei jedem Anwendungshersteller die Freigabe eingeholt. Erfahrungsgemäß hinken ERP- und Branchenlösungen der neuesten Serverversion ein bis zwei Jahre hinterher – und ein nicht freigegebener Terminalserver bedeutet im Störungsfall keinen Herstellersupport.

Wer aus diesem Grund noch auf Windows Server 2022 aufbaut, trifft eine vertretbare Entscheidung. Die verbleibende Supportlaufzeit bis Oktober 2031 reicht für einen typischen Hardware-Lebenszyklus.

Microsoft Server 2022 RDS User CAL

Für Terminalserver-Umgebungen auf Basis von Windows Server 2022, in denen Benutzer von wechselnden Endgeräten auf veröffentlichte Anwendungen zugreifen.

Windows Server 2022 RDS User CAL kaufen

Bleibt Windows Server 2022 eine sinnvolle Wahl?

Für Neuinstallationen ist Server 2025 der bessere Ausgangspunkt – drei Jahre mehr Support bei vergleichbarem Lizenzpreis. Es gibt aber drei Situationen, in denen 2022 die richtige Antwort bleibt:

  • Ein Softwarehersteller hat Server 2025 nicht freigegeben und stellt eine Freigabe auch nicht kurzfristig in Aussicht.
  • Die vorhandene Hardware erfüllt die Prozessoranforderungen von Server 2025 nicht, soll aber noch einige Jahre laufen.
  • Es soll ein bestehender Cluster oder eine bestehende Farm erweitert werden, in der alle Knoten denselben Versionsstand haben müssen.

Wichtig ist nur, die Entscheidung bewusst zu treffen und den Zeitpunkt zu dokumentieren, an dem der Mainstream-Support endet.

Microsoft Server 2022 Standard

Bewährte Basis für physische Server und leicht virtualisierte Umgebungen mit zwei VM-Rechten pro lizenziertem Kernsatz.

Windows Server 2022 Standard ansehen

Microsoft Server 2022 Datacenter

Unbegrenzte Virtualisierungsrechte für Hyper-V-Hosts, die in eine bestehende 2022-Umgebung eingebunden werden sollen.

Windows Server 2022 Datacenter kaufen

Wann ist Windows Server 2019 heute noch vertretbar?

Für ein neues Produktivsystem ist 2019 keine gute Wahl mehr – der Mainstream-Support ist beendet, und bis Januar 2029 bleiben nur noch reine Sicherheitsupdates. Es gibt trotzdem legitime Einsatzfälle: die Erweiterung einer bestehenden Farm, in der alle Knoten identisch sein müssen, ein isoliertes System für eine Maschinensteuerung, das an eine bestimmte Version gebunden ist, oder eine Testumgebung, die den Produktivstand abbilden soll.

In diesen Fällen zählt die Nachlizenzierung im gleichen Versionsstand, nicht der Funktionsumfang. Wer dagegen mittelfristig planen kann, sollte die Migration in die Roadmap aufnehmen – 2029 ist näher, als es klingt.

Microsoft Server 2019 Standard

Für die Nachlizenzierung bestehender 2019-Umgebungen und für Systeme, die an einen festgelegten Versionsstand gebunden sind.

Windows Server 2019 Standard ansehen

Microsoft Server 2019 Datacenter

Unbegrenzte Virtualisierung für vorhandene 2019-Hosts, etwa beim Ausbau eines bestehenden Clusters mit einheitlichem Versionsstand.

Windows Server 2019 Datacenter kaufen

Welche Probleme treten beim Umstieg am häufigsten auf?

Die Stolpersteine sind über die Jahre erstaunlich konstant geblieben, verschieben sich mit Server 2025 aber Richtung Sicherheitsvorgaben:

  • Altgeräte am SMB: Drucker, Scanner, NAS-Systeme und Steuerungen, die kein signiertes SMB beherrschen, verlieren den Zugriff auf Freigaben.
  • Anwendungen mit NTLM-Abhängigkeit: Software, die auf NTLM statt Kerberos setzt, kollidiert mit den neuen Blockierregeln.
  • Backup-Agenten: Ältere Agentenversionen erkennen Server 2025 nicht und müssen vor der Migration aktualisiert werden.
  • Treiber: Storage- und Netzwerktreiber sind der häufigste Grund für ein fehlgeschlagenes In-Place-Upgrade.
  • Skripte und Automatisierung: Abfragen, die auf feste Build-Nummern oder Betriebssystembezeichnungen prüfen, laufen ins Leere.

Eine Inventarisierung der SMB-Clients vor der Migration erspart die meisten dieser Überraschungen. Sie lässt sich mit Bordmitteln über die SMB-Serverprotokollierung erstellen.

Wie plane ich die Migration mit möglichst wenig Ausfallzeit?

Eine Reihenfolge, die sich in mittelständischen Umgebungen bewährt hat:

  • Bestandsaufnahme: Welche Server, welche Rollen, welche Anwendungen, welche Herstellerfreigaben, welche Supportenddaten?
  • Anwendungsfreigaben einholen, bevor ein Lizenzkauf erfolgt.
  • Mit den Domänencontrollern beginnen – parallel aufbauen, Rollen übertragen, alte DCs abbauen.
  • Danach Datei- und Druckdienste, dann Anwendungsserver, zuletzt Terminalserver.
  • Vor jedem Schritt ein Vollbackup mit getestetem Rücksprungpunkt, bei virtuellen Maschinen zusätzlich eine Prüfpunkt-Sicherung.
  • Rückfallplan schriftlich festhalten, inklusive Zeitfenster für die Entscheidung, ob zurückgerollt wird.

Der wirkungsvollste Hebel gegen Ausfallzeit ist die parallele Migration statt des In-Place-Upgrades: Der neue Server läuft neben dem alten, die Umstellung ist ein Wechsel von DNS-Einträgen und Freigabepfaden – und der Weg zurück dauert Minuten statt Stunden.

Welche Version passt zu welchem Unternehmen?

Als Orientierung für die Entscheidung:

  • Kleinbetrieb mit einem Server, bis 25 Nutzer: Server 2025 Standard oder Essentials, ohne Hotpatching.
  • Mittelstand mit zwei bis drei Hosts und moderater Virtualisierung: Server 2025 Standard, bei mehr als acht VMs pro Host die Datacenter-Rechnung gegenprüfen.
  • Hyper-V-Farm oder hyperkonvergenter Cluster: Server 2025 Datacenter, wegen Storage Spaces Direct und unbegrenzter VM-Rechte.
  • Terminalserver mit gebundener Fachsoftware: Server 2022, sofern der Hersteller 2025 noch nicht freigegeben hat.
  • Bestehende Umgebung mit einheitlichem Versionsstand: Nachlizenzierung in der vorhandenen Version, Migration mittelfristig einplanen.
  • 24/7-Betrieb mit engen Wartungsfenstern: Server 2025 plus Hotpatching-Abo, nach Gegenrechnung der Kosten pro Kern.

Die Lizenzentscheidung ist dabei der kleinere Teil des Aufwands. Den Ausschlag geben die Herstellerfreigaben der eingesetzten Fachsoftware und der Zustand der Hardware.

  • Windows Server 2025 vs. 2022 vs. 2019: Welche Version lohnt sich 2026?
  • Umstieg auf Windows Server 2025: Support-Enddaten, Kosten und Stolperfallen im Überblick
  • Windows Server Standard oder Datacenter? Der Vergleich für Administratoren und Entscheider

  

   

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