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SQL Server 2017 - 2025 Kaufhilfe: So verstehen Sie Lizenzmodelle, CALs und wählen das wirklich passende SQL-Produkt

Welche Lizenzmodelle gelten für SQL Server 2017 bis 2025?

Über alle Versionen von SQL Server 2017, 2019, 2022 bis hin zu 2025 bleibt das Grundgerüst gleich: Es gibt das Core-basierte Modell („Per Core“) und das Modell „Server + CAL“. Standard wird häufig als Server+CAL verkauft, weil es bei klar zählbaren Zugriffen preislich attraktiv sein kann. Enterprise wird in der Praxis nahezu immer per Core lizenziert, weil das Modell für größere, dynamische Umgebungen einfacher, skalierbarer und planbarer ist.

 

Was bedeutet „Per Core“ konkret und warum ist das für 2017–2025 so wichtig?

„Per Core“ bedeutet, dass Rechenleistung lizenziert wird und nicht einzelne Personen oder Geräte. Sobald eine Umgebung korrekt per Core lizenziert ist, werden keine User CALs oder Device CALs benötigt. Der entscheidende Faktor ist dann nicht mehr, wie viele Benutzer zugreifen, sondern wie viele CPU-Kerne lizenzpflichtig sind. Dieses Modell ist besonders geeignet für Systeme mit schwankender oder schwer planbarer Nutzerzahl, etwa bei vielen Anwendungen, Services, externen Zugriffen, Reporting- oder Automatisierungsszenarien, da kein fortlaufendes Nachlizenzieren und Nachhalten von CALs erforderlich ist.

 

Was bedeutet „Server + CAL“ technisch und organisatorisch?

„Server + CAL“ bedeutet, dass zunächst eine Serverlizenz für die Installation und den Betrieb des SQL Servers erforderlich ist, abhängig von der jeweiligen Instanz oder Umgebung. Zusätzlich werden Zugriffslizenzen (CALs) für die Benutzer oder Geräte benötigt, die auf diesen SQL Server zugreifen. Dieses Lizenzmodell ist organisatorisch nur dann sinnvoll und korrekt umsetzbar, wenn eindeutig festgelegt werden kann, welche Benutzer oder Geräte zugreifen und wenn diese Zuordnung dauerhaft und verlässlich gepflegt wird.

 Gibt es beim Server+CAL-Modell einen „1 User ist inklusive“ oder eine Art Grundkontingent?

Nein. Die Serverlizenz berechtigt ausschließlich dazu, SQL Server zu installieren und zu betreiben. Der Zugriff auf den Server ist ein separater Lizenzbereich und muss zusätzlich lizenziert werden. Beim Modell „Server + CAL“ müssen daher alle Zugriffe über passende User- oder Device-CALs abgedeckt sein. Ein häufiger Irrtum ist anzunehmen, dass mit der Serverlizenz automatisch ein bestimmter Nutzerkreis eingeschlossen ist. Tatsächlich ist die Serverlizenz allein nicht für den Zugriff durch Benutzer oder Geräte ausreichend.

 

Was ist eine User CAL (und was deckt sie im Alltag ab)?

Eine User CAL ist einer konkreten Person zugeordnet. Diese Person darf von beliebig vielen Geräten zugreifen: Desktop, Laptop, Remote-Session, Thin Client, auch wechselnde Endgeräte. Das ist in modernen Umgebungen oft der Normalfall, weil Mitarbeiter selten nur ein einziges Gerät benutzen. Für die Praxis heißt das: Sobald ein Mensch (als Benutzer) Zugriff hat oder indirekt erhält, ist er typischerweise als User CAL-Kandidat zu betrachten.

Technisch ist die User CAL besonders in Szenarien mit vielen Zugriffspfaden vorteilhaft, etwa bei internen Tools, BI-Systemen, Reports, APIs, Service-Frontends oder Verwaltungszugängen. Sie müssen dabei nicht pro Gerät prüfen, ob ein Zugriff zusätzlich zu berücksichtigen ist. Wenn der Benutzer eindeutig identifiziert werden kann, ist die User CAL in der Regel die robustere und weniger fehleranfällige Form der Lizenzierung.

Was ist eine Device CAL (und warum ist sie trotzdem oft die bessere Wahl)?

Eine Device CAL ist einem konkreten Gerät zugeordnet. Das Gerät darf auf SQL Server zugreifen, unabhängig davon, wie viele Personen dieses Gerät nutzen. Typische Beispiele sind Schicht-PCs, Fertigungs-Terminals, Kassen- oder Lagerplätze, gemeinsam genutzte Support-Stationen, Schulungsräume oder Kiosk-Systeme. Das Gerät ist die lizenzierte Einheit, nicht der Mensch.

Device CAL wird in der Praxis dann stark, wenn es viele wechselnde Nutzer gibt, aber wenige feste Geräte. Wenn 30 Personen abwechselnd an 5 Terminals arbeiten, ist Device CAL fast immer wirtschaftlicher und deutlich einfacher zu dokumentieren als 30 User CALs.

 

Wann verkaufe ich besser Device CAL und wann besser User CAL?

Device CALs sind typischerweise sinnvoll, wenn Arbeitsplätze gemeinsam genutzt werden, etwa im Schichtbetrieb oder an Shared Terminals, oder wenn klar definierte Geräte von vielen Personen verwendet werden. User CALs eignen sich hingegen, wenn einzelne Mitarbeiter mehrere Geräte nutzen, remote arbeiten oder wenn eine personenbezogene Lizenzlogik gewünscht ist, bei der nicht jedes zusätzliche Endgerät separat berücksichtigt werden muss. Bestehen beide Nutzungsszenarien parallel, ist eine Mischstrategie üblich und sinnvoll, zum Beispiel User CALs für Büro- und Verwaltungsbereiche sowie Device CALs für Produktion oder Lager.

 

Welche Fehlkäufe sollten Sie als Kunden vermeiden?

Fehlkauf 1: Falsches Lizenzmodell gewählt (Server + CAL statt Per Core oder umgekehrt)
Ein sehr häufiger Fehlkauf entsteht, wenn nicht klar unterschieden wird, ob ein SQL Server im Modell „Server + CAL“ oder „Per Core“ lizenziert wird. Beim Server-plus-CAL-Modell müssen zusätzlich User- oder Device-CALs eingeplant werden, während bei der Core-Lizenzierung keine CALs erforderlich sind. Wird dieser Unterschied übersehen, fehlen später notwendige Zugriffslizenzen oder das gewählte Modell ist unnötig kompliziert und teuer für die tatsächliche Nutzung.

Fehlkauf 2: Falsche Wahl zwischen User CAL und Device CAL
Ein weiterer typischer Fehlkauf ist die falsche Entscheidung zwischen User CAL und Device CAL. User CALs sind sinnvoll, wenn einzelne Personen mit mehreren Geräten arbeiten oder flexibel zugreifen. Device CALs sind besser geeignet, wenn mehrere Personen ein gemeinsames Gerät oder Terminal nutzen. Wird die Zugriffssituation nicht realistisch eingeschätzt, entstehen entweder unnötige Zusatzkosten oder Lizenzlücken, die später korrigiert werden müssen.

 

Die häufigsten Fragen zu SQL Server 2017–2025, CALs und Core (mit ausführlichen Antworten)

1) Brauche ich bei SQL Server Standard (Server + CAL) immer zusätzliche CALs?

Ja. Sobald Personen oder Geräte auf einen SQL Server zugreifen, muss dieser Zugriff über entsprechende CALs lizenziert sein. Beim Modell „Server + CAL“ deckt die Serverlizenz ausschließlich die Installation und den Betrieb des SQL Servers ab. Der eigentliche Zugriff wird separat lizenziert, entweder über User CALs oder Device CALs. Ein häufiger Irrtum ist anzunehmen, dass die Serverlizenz allein für erste Tests oder den Produktivbetrieb ausreicht. Tatsächlich müssen alle Zugriffe von Anfang an korrekt über CALs abgedeckt sein.

 

2) Brauche ich bei Core-Lizenzierung überhaupt noch User/Device CALs?

Nein. Bei korrekter Core-Lizenzierung entfällt das Thema CALs vollständig. Der Zugriff auf den SQL Server ist nicht mehr an einzelne Benutzer oder Geräte gebunden, sondern ausschließlich an die korrekt lizenzierten CPU-Kerne. Dadurch müssen Sie nicht zählen, ob Zugriffe direkt oder indirekt erfolgen, ob zusätzliche Dienste hinzukommen oder ob sich die Anzahl interner oder externer Nutzer verändert. Entscheidend ist allein, dass die eingesetzte Hardware bzw. die virtuelle Maschine vollständig nach Core-Vorgaben lizenziert ist.

3) Ist SQL Server Enterprise „unbegrenzte Nutzer“?

Bei SQL Server Enterprise wird über CPU-Kerne lizenziert. Das bedeutet: Wenn alle benötigten Cores korrekt lizenziert sind, können beliebig viele Benutzer und Geräte auf den Server zugreifen. Es gibt in diesem Modell keine User- oder Device-CALs und damit keine feste Nutzerobergrenze. Entscheidend ist allein, dass die eingesetzte Hardware bzw. die VM vollständig nach Cores lizenziert ist. Deshalb gilt für Anwender praktisch: kein Zählen von Nutzern, kein Nachkaufen von CALs, solange die Core-Lizenzierung stimmt.

4) Kann SQL Server Standard auch ohne CALs betrieben werden?

Ja, aber nur dann, wenn SQL Server Standard per Core lizenziert wird. Ob CALs erforderlich sind, hängt ausschließlich vom gewählten Lizenzmodell ab. Wird SQL Server Standard im Modell „Server + CAL“ eingesetzt, müssen zusätzlich User- oder Device-CALs für alle Zugriffe vorhanden sein. Wird SQL Server Standard hingegen per Core lizenziert, sind keine CALs notwendig, da der Zugriff vollständig über die lizenzierten CPU-Kerne abgedeckt ist.

5) Darf man User CALs und Device CALs in derselben Umgebung mischen?

Ja. In gemischten Umgebungen ist es üblich und zulässig, User CALs und Device CALs parallel einzusetzen. Wichtig ist dabei, dass jeder Zugriff eindeutig und vollständig lizenziert ist. Sie können beispielsweise Benutzer in Büro, IT oder Administration über User CALs abdecken, während gemeinsam genutzte Arbeitsplätze oder Terminals im Lager über Device CALs lizenziert werden. Diese Kombination ist häufig die wirtschaftlich sinnvollste Lösung, da sie das tatsächliche Nutzungsverhalten realistisch abbildet und unnötige Lizenzkosten vermeidet.

6) Zählt indirekter Zugriff über Anwendungen, APIs, Web-Frontends oder Middleware ebenfalls als CAL-pflichtig?

Ja. Auch indirekter Zugriff gilt als lizenzpflichtiger Zugriff. Wenn beispielsweise Mitarbeiter über ein ERP-System, eine Web-Anwendung oder eine Middleware auf Daten aus SQL Server zugreifen, gelten diese Personen weiterhin als zugreifende Benutzer. Es spielt keine Rolle, ob die Verbindung technisch gebündelt oder über eine zwischengeschaltete Anwendung hergestellt wird. Entscheidend ist, dass Menschen oder Geräte letztlich auf SQL-Server-Daten zugreifen – und dieser Zugriff muss im Server-+-CAL-Modell über entsprechende User- oder Device-CALs abgedeckt sein.

7) Was bedeutet „Multiplexing“ und warum ist das relevant für CAL-Kunden?

Multiplexing bezeichnet technische Mechanismen, die direkte Verbindungen zu SQL Server bündeln oder reduzieren, zum Beispiel durch Connection Pooling, Middleware, Terminalserver, zentrale Applikationsserver oder Reporting-Dienste. Dabei entsteht oft der Eindruck, dass nur noch das zwischengeschaltete System lizenziert werden müsse. Lizenzrechtlich ist das jedoch nicht korrekt. Wenn Endnutzer oder Endgeräte über diese Zwischenschicht tatsächlich auf SQL-Server-Daten zugreifen, gelten sie weiterhin als zugreifende Benutzer oder Geräte. Im Server-plus-CAL-Modell bleiben diese Zugriffe deshalb voll lizenzpflichtig, unabhängig davon, wie viele technische Verbindungen tatsächlich zum SQL Server bestehen.

8) Reicht bei Server+CAL eine CAL pro Server oder pro Datenbank?

Nein. CALs sind Zugriffslizenzen, keine „Server-Zusatzmodule“. Eine CAL ist entweder pro Benutzer oder pro Gerät zu verstehen. Der Server ist separat lizenziert. Wenn ein Unternehmen mehrere SQL Server betreibt, ist die Denkweise „pro Server eine CAL“ grundsätzlich falsch, weil CALs nicht serverweise „verbraucht“ werden, sondern Zugriffsrechte abbilden. Für Kundenkommunikation ist es besser, das strikt als „Zugriff pro User/Device“ zu erklären und nicht in Server-Einheiten.

9) Wenn ich SQL Server in einer VM betreibe: ändert das etwas an CALs oder am Lizenzmodell?

Nein, am Grundprinzip ändert sich nichts. Wenn Sie das Modell „Server + CAL“ verwenden, bleibt der Zugriff unabhängig davon CAL-pflichtig, ob der SQL Server physisch oder virtuell betrieben wird. Bei einer Core-Lizenzierung hingegen sind keine CALs erforderlich. In virtualisierten Umgebungen verändert sich vor allem die Zuordnung: Welche virtuelle Maschine ist lizenziert, wie viele vCores sind relevant, wie bewegen sich VMs zwischen Hosts und wie wird die Lizenzkonformität dokumentiert. Ob CALs notwendig sind oder nicht, hängt jedoch ausschließlich vom gewählten Lizenzmodell ab, nicht von der Virtualisierung.

 

10) Was ist bei externen Nutzern (Kunden, Partner, Extranet) das typische Problem?

Das zentrale Problem bei externen Nutzern ist die Skalierung und die saubere Zählbarkeit der Zugriffe. Externe Benutzerzahlen schwanken häufig, lassen sich nur schwer eindeutig erfassen oder wachsen mit der Nutzung eines Portals, Kundenbereichs oder Extranets stark an. In solchen Szenarien wird das Server-plus-CAL-Modell schnell unübersichtlich und fehleranfällig, weil jeder einzelne Zugriff lizenzrechtlich berücksichtigt werden müsste. Eine Core-Lizenzierung ist hier oft die robustere Lösung, da der Zugriff nicht pro externer Person nachlizenziert werden muss und auch bei steigender oder wechselnder Nutzerzahl klar und nachvollziehbar bleibt.

11) Welche Rolle spielen „Mindest-Cores“ und warum führt das zu falschen Erwartungen?

Bei virtuellen Maschinen entsteht oft die Erwartung, dass eine sehr kleine VM auch mit einer entsprechend kleinen Lizenz abgedeckt werden kann, zum Beispiel mit zwei vCores. In der Lizenzpraxis gibt es jedoch Mindestanforderungen und feste Core-Pakete, die unabhängig von der tatsächlichen technischen Zuweisung gelten. Das bedeutet, dass die kleinste lizenzkonforme Einheit häufig größer ist als die VM selbst. Dieser Unterschied zwischen technischer Konfiguration und lizenzrechtlicher Mindestgröße führt oft zu Überraschungen. Entscheidend ist daher nicht nur, wie viele Cores einer VM zugewiesen sind, sondern wie viele Cores laut Lizenzregeln mindestens lizenziert werden müssen.


Disclaimer
Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Verkaufs- oder Lizenzempfehlung dar. Alle Angaben wurden nach bestem Wissen erstellt, erfolgen jedoch ohne Gewähr auf Vollständigkeit oder Richtigkeit. Lizenzbedingungen können sich ändern und sind im Einzelfall unterschiedlich auszulegen. Der Inhalt ersetzt keine individuelle rechtliche oder lizenztechnische Beratung.

  

   

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